Ein minimaler KNX Testaufbau

Als erfahrener Elektronikbastler ist es auch interessant, mit KNX zu experimentieren. Leider hat KNX den Ruf, teuer zu sein. Ganz so schlimm ist es nicht, denn für einen kleinen KNX-Aufbau muss man nicht Tausende Euro bezahlen. Das braucht man:

  • Eine 29V Spannungsversorgung, die mindestens 300mA Strom liefern kann.
    Hierfür sollten fast alle Labornetzteile gut funktionieren, ein extra KNX-Netzteil muss es für einen Testaufbau nicht sein.
  • Eine KNX-Drossel.
    Ohne eine Drossel zwischen Netzteil und KNX-Bus wird keine Kommunikation auf dem Bus möglich sein, denn die Drossel entkoppelt die geregelte Spannungsversorgung von den Datensignalen auf dem Bus. Eine Drossel bekommt man neu ab ca. 35 Euro. Einige Benutzer berichten, dass ein 47-Ohm Widerstand zwischen Stromversorgung und Bus den gleichen Zweck erfüllt. Da ein Widerstand nur ein paar Cent kostet, kann man durchaus ausprobieren, ob das funktioniert. Für einen Einsatz in einer echten Haussteuerung sollte man aber auf keinen Fall auf die Drossel verzichten, selbst wenn in der Laborumgebung ein Widerstand funktioniert.
  • Ein KNS Sensor
    Ein paar Schalter und Taster hat sicher jeder Elektronikbastler herumliegen. In diesem Fall ist die günstigste Variante, diese mit dem KNX-Bus zu verbinden ein KNX Busankoppler. Oft findet man ältere Geräte auf eBay für weniger als 30 Euro.
  • Ein KNX Aktor
    Manche KNX-Sensoren haben bereits eingebaute LEDs, die über KNX gesteuert werden können. In diesem Fall ist es nicht einmal erforderlich einen zusätzlichen Aktor zu beschaffen. Ein “richtiger” Aktor ist natürlich trotzdem ganz nett, denn damit kann man dan richtig schalten. Alte Unterputz-Aktoren bekommt man auf eBay auch häufig für weniger als 30€.
  • Ein USB oder Ethernet-Adapter für KNX
    USB Schnittstellen sind meist günstiger zu bekommen, speziell auf eBay, wo man gebrauchte USB-KNX-Interfaces für weniger als 80€ findet. Allerdings würde ich diese heute nicht mehr empfehlen. Günstiger KNX/IP-Interfaces mit Ethernet-Schnittstelle bekommt man für weniger als 150€. Mit einem solchen Interface ist man wesentlich flexibler, da der Rechner mit der Haussteuerung nicht direkt neben dem KNX-Interface stehen muss.

Alles in allem muss man schon mit einer Investition zwischen 200€ und 300€ rechnen. Allerdings ist die teuerste Komponente das KNX/IP-Interface. Wenn man nach einigen Experimenten doch  beschliessen sollte, nicht weiter mit KNX zu arbeiten, kann man die meisten Geräte auf eBay verkaufen und wird keinen grossen Wertverlust haben (speziell KNX/IP Schnittstellen sind gebraucht kaum günstiger als neu).

Eine Minimalinstallation könnte dann so aussehen:

Minimal KNX installation

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